Am 16. und 17. März 2001 fand in Katmandu (Nepal) eine internationale Karma Kagyu-Konferenz statt, unter der Leitung von Kempo Chödrak Rinpoche und Nyendo Rinpoche. Viele Lamas, Mönche und Laien aus 23 Ländern, die als Vertreter von mehr als 500 Zentren und Klöstern in der ganzen Welt erschienen waren, nahmen an dieser Konferenz teil.

Es wurde in Gruppen diskutiert, und die Teilnehmer hatten Gelegenheit, sich in einer ungezwungenen, herzlichen Atmosphäre näher kennenzulernen, was sicherlich zu einer intensiveren Zusammenarbeit innerhalb der Kagyu-Glaubensgemeinschaft beitragen wird.

Während der beiden Tage wurden folgende Beschlüsse gefaßt bzw. in die Tat umgesetzt:

Die Internationale Karma Kagyü-Organisation (IKKO) mit Sitz in Neu-Delhi wurde gegründet. Diese Instanz wird sowohl die Koordination der Herausgabe von Informationen an die verschiedenen Karma Kagyü-Zentren als auch die Koordination von Entscheidungen, die die Schule an sich betreffen, übernehmen. Die IKKO untersteht S.H. Shamar Rinpoche und hat den Auftrag, im Namen sämtlicher Zentren und Klöster zu wirken, die ihr angehören.

Die Delegierten haben erneut die Unabhängigkeit der Karma Kagyü-Tradition bekräftigt und ihre Ablehnung gegenüber jeglicher Einmischung von außen zum Ausdruck gebracht. Es wurde beschlossen, in diesem Sinne einen offenen Brief an S.H. den Dalai Lama zu schreiben.

Bezüglich der Anerkennung des 17. Karmapa wurde Shamar Rinpoche ein Gesuch vorgelegt mit der Bitte, seine Bemühungen um eine offizielle, unabhängige Expertise des angeblichen ‚Wahrsagungsschreibens‘ von Situ Rinpoche fortzusetzen.

Konferenzteilnehmer brachten einstimmig ihre Dankbarkeit gegenüber S.H. Shamar Rinpoche zum Ausdruck für seine unermüdlichen Bemühungen um die Bewahrung der Authentizität der Karma Kagyü-Schule, verbunden mit dem Wunsch, daß die Überlieferung in dieser reinen Form durch Shamar Rinpoche an S.H. den Gyalwa Karmapa, Trinle Thaye Dordje, aber auch an alle Anhänger der Linie weitergegeben werden möge.